Ein Großstadtmensch. Berlinerin seit 35 Jahren. Seit 20 Jahren in keinem Zelt mehr geschlafen. Besuche bei der Freundin in Kagendorf. Einmal nach Dargibell spaziert, auf der Suche nach dem Pelsiner See, nicht gefunden, vorbei am ruinösen Schlossgut in Dargibell, stehen geblieben, fasziniert. Am Abend läuft ihr der „Schlossherr“ in der Pension ihrer Freundin übern Weg.
Das war im September 2021. Der Beginn ihres Abenteuers. Zurück zur Natur. Kein Strom, kein Wasser, kein WLAN. Wenn ihr kalt war, musste sie ein Feuer machen, draußen. Drinnen nur Gerümpel und Bauschutt. Und immer dabei: das Wetter Vorpommerns. Man muss es lieben. 6 Monate Regen und dieser ständige Wind. Gummistiefel und verfrorene Finger. Auch Tränen vor Erschöpfung, wenn sie ein ganzes Wochenende lang Schutt aus den Gebäuden schippte.
Sie ist geblieben. Sie hat das Schöne im Imperfekten gefunden. Ihre Sinne wiederentdeckt. Das Nichtstun in der Hängematte. Sie fühlt sich wohl, wenn sie mit dem Rasenmäher Muster in die Wiese malt. Ihr Ikigai, würde man vermutlich in Japan sagen. Es riecht nach Gras und Erde, auch etwas nach den Ställen in der Umgebung.
Sie möchte diesen einzigartigen Ort erhalten, neu gestalten, Gemeinschaften aufbauen. Für sie ist er ein historischer Kraftort. Seine Wurzeln liegen im Wendischen. Daher der Name: Dargibell. Er bedeutet „Liebes Haus“.
Sie hat eine Broschüre zur Geschichte des Schlossgutes Dargibell geschrieben, den Verein Zauberschönes Dargibell e.V. gegründet und bastelt seit 2024 an dem Gesellschaftsspiel: Agiles Dargibell. Ihre erste Aktion allerdings war der Bau einer Kompost-Toilette.

